Der Aktionsrahmen Building Digital Communities definiert digitale Inklusion als die Fähigkeit von Individuen und Gruppen, auf Informations- und Kommunikationstechnologien zugreifen und diese nutzen zu können. Zusammengefasst geht es bei der digitalen Inklusion darum, die Vorteile digitaler Technologien für alle verfügbar zu machen. 

Besonders wichtig ist das im Bildungswesen. In den immer differenzierter werdenden Lernumgebungen in aller Welt sollten alle Lernenden jedes Alters die Möglichkeit haben, alle verfügbaren IuK-Technologien zu nutzen. 

War dies bisher nur eine wichtige Forderung, so ist es jetzt, angesichts der COVID-Pandemie und des Umstiegs auf Online- und Wechselunterricht und gemischtes Lernen von entscheidender Bedeutung.

Die Auswirkungen der digitalen Inklusion auf Regierungspolitik, wirtschaftliche Entwicklung und Beschäftigung

Die Bedeutung der digitalen Inklusion für die Gesellschaft und vor allem für das Bildungswesen wird von immer mehr Regierungen weltweit anerkannt. Noch vor rund 10 Jahren drehten sich die Diskussionen vor allem um die Qualifikationen der Lehrkräfte. In der Digitalpolitik ging es im Grunde nur um die Konnektivitätsanforderungen. Inzwischen gehen Prognosen davon aus, dass der Bildungsmarkt bis 2025 einen Umfang von 350 Mrd. $ erreichen wird* und es zeigt sich, dass Menschen, die in digitaler Hinsicht ausgeschlossen sind, kaum mithalten können und durch den fehlenden Zugang zu Geräten und Verbindungen ihr Selbstvertrauen, ihre Motivation und ihre Fähigkeiten leiden. 

Wenn Länder wettbewerbsfähig bleiben wollen, muss die digitale Inklusion mit den technologischen Entwicklungen Schritt halten. Behörden müssen über gezielte Strategien verfügen und Investitionen tätigen, um institutionelle und strukturelle Barrieren bei der Zugänglichkeit von Technologien zu beseitigen. Inzwischen ist die digitale Inklusion weltweit zu einem wichtigen Diskussionsthema geworden, etwa im Rahmen der COVID-Nothilfen in den USA, wo 3,2 Mrd. $ für die Breitband-Förderung bereitgestellt werden, in Großbritannien, wo ein Leitfaden zur Nutzung von digitalen Technologien für mehr Inklusion erschienen ist, oder in der EU, die mit Initiativen für Web-Zugänglichkeit und digitale Inklusion für eine bessere Gesellschaft sorgen möchte. Auch beim G20-Gipfel 2020 stand die Digitalisierung ganz oben auf der politischen Agenda

Was genau bedeutet digitale Inklusion im Bildungswesen? 

Technologien sind heute mit entscheidend dafür, wie gelernt wird, was gelernt wird und schließlich auch, wie das Gelernte im späteren Leben und am Arbeitsmarkt angewandt wird. Wie können nun in dieser veränderten Bildungslandschaft gleiche Chancen und digitale Inklusion für alle garantiert werden? 

Damit auch die am stärksten benachteiligten Schüler/innen von den Vorteilen der IuK profitieren können, muss es bei der digitalen Inklusion vor allem um 5 wesentliche Aspekte gehen.  

Diese sind:

  • bezahlbarer und verlässlicher Breitband-Internetanschluss
  • internetfähige Geräte  
  • Vermittlung digitaler Kompetenzen 
  • hinreichender technischer Support
  • Anwendungen und zugängliche Online-Inhalte zur Förderung des Lernens, der Alphabetisierung, der Selbstständigkeit und der Partizipation aller Lernenden

Einer Studie der Universität von Maryland zur digitalen Inklusion bei Medien zufolge gibt es für Bibliotheken und Medienanbieter, und in der Folge auch für Schulen und Bildungseinrichtungen, eine klare Route auf dem „Weg zur digitalen Inklusion“. Diese beinhaltet:

  • freien Zugang zu technologischen Tools
  • Zugang zu barrierefreien digitalen Inhalten 
  • Unterstützung in Sachen digitale Kompetenzen, die mit IuK dabei hilft, sich durch digitale Inhalte zu bewegen und diese verstehen, bewerten und erstellen zu können
  • Programme und Services für wesentliche Bedürfnisse 

Wie können öffentliche und private Schulen und Einrichtungen die digitale Inklusion realisieren?

Bei der digitalen Inklusion kommt es vor allem auf einen breiten Blickwinkel an. Einer Studie im Auftrag der US-Regierung*** zufolge „sind bei der digitalen Exklusion keine Prognosen oder Ansätze aufgrund der Einteilung der Schüler/innen in Gruppen, z. B. nach Geschlecht, Alter, Ethnie, Geografie, sozioökonomischem Status und Bildungshintergrund, möglich. Darüber hinaus zeigen diese Ergebnisse, dass die digitale Exklusion eher durch organisatorische Faktoren wie Lerninhalte oder die Navigation durch die virtuelle Lernumgebung beeinflusst wird als durch inhärente Faktoren wie die technologischen Kompetenzen.“

Dies bedeutet, dass der Zugang zu IuK und den unterstützenden Bildungstechnologien in der gesamten Einrichtung allgemein möglich sein muss. Leistungsfähige Lernmanagementsysteme, barrierefreie Inhalte und unterstützende Tools für alle Lernenden: das sind die wesentlichen Bausteine einer Strategie für digitale Inklusion. 

Erfahren Sie, wie ReadSpeaker ihre Einrichtung bei der digitalen Inklusion unterstützen kann.

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Quellen:

*Research and Markets,

https://www.researchandmarkets.com/reports/4876815/online-education-market-and-global-forecast

**Universität von Maryland, https://digitalinclusion.umd.edu/content/what-digital-inclusion

***„Strategies for Digital Inclusion: Towards a Pedagogy for Embracing and Sustaining Student Diversity and Engagement with Online Learning,“ von Baylie Hart Clarida, Milena Bobeva, Maggie Hutchings und Jacqui Taylor, Education Resources Information Center