classroom Bildung im Wandel In den vergangenen fünf Jahren hat sich das Bildungswesen so schnell und auf so vielfältige Art und Weise verändert, dass es manchmal schwierig sein kann, vorherzusagen, wohin all diese Veränderungen führen sollen. Im Großen und Ganzen ist jedoch leicht zu erkennen, dass all diese Veränderungen in dieselbe Richtung weisen: höhere Bildungschancen für alle Schüler. Dabei kann viel durch die Individualisierung des Lernens erreicht werden, wobei die Bedürfnisse, der Lernstil und die Interessen eines jeden Schülers zur Erstellung eines persönlichen Lehrplans genutzt werden. Falls dieses Ziel für Sie noch in weiter Ferne zu liegen scheint, bedenken Sie, wie die folgenden Entwicklungen diese Idee immer realistischer erscheinen lassen. Die bedeutendste Veränderung liegt in der höheren Leistung, besseren Mobilität und geringeren Preisen von Computern. Von Smartphones über Tablets zu Chromebooks und Notebooks nutzen immer mehr Schüler einen Computer. Einige Schulen kaufen die Geräte selbst, während andere ihren Schülern erlauben, Ihre eigenen Geräte mitzubringen. Dazu kommt die Initiative als Bestandteil des ConnectEd-Plans von US-Präsident Obama, jede Schule mit einem Breitbandanschluss auszurüsten. Daher ist es offensichtlich, dass jedes dieser Geräte dauerhaft mit dem Internet verbunden sein wird. Im Bereich der Lehrpläne fordern die gemeinsamen Bildungsstandards der US-Bundesstaaten ein gründlicheres Verständnis von Schlüsselkonzepten und fordern die Schulen auf, sicherzustellen, dass die Schüler diese Konzepte in der Arbeitswelt anwenden können. Die Erreichung dieses Ziels würde gewährleisten, dass jeder Schüler mit Abschluss der weiterführenden Schule in der Lage ist, ein Hochschulstudium oder eine berufliche Tätigkeit aufzunehmen. Die Unterrichtsstile ändern sich ebenfalls. Lehrer greifen immer seltener auf Frontalunterricht zurück, bei dem Informationen Stück für Stück an alle Schüler verteilt werden. Ein größerer Anteil des Unterrichts findet nun online oder als Mischform von Online und Präsenzunterricht statt. Gelegentlich wird der Unterricht auch „umgedreht“, indem Lehrer einen Videovortrag als Hausaufgabe geben und die Schüler die Zeit im Klassenzimmer für Gruppenarbeit und die Anwendung des Gelernten auf verschiedene Problemstellungen nutzen. Dazu kommen Erkenntnisse aus der Hirnforschung über die ge- nauen Mechanismen des Lernens sowie der explosionsartige Anstieg verfügbarer Daten, die Lehrern genau aufzeigen, welche Schüler den Unterricht verstanden haben, noch bevor dieser vorüber ist. All dies lässt den Trend viel offensichtlicher erscheinen. Zurzeit wird diese Art des individualisierten Lernens vor allem im Sonderschulbereich eingesetzt, wo es die individuellen Lehrpläne der Schüler erfordern. Einige führende Schulen beginnen jedoch damit, diese Kräfte zu bündeln, um individuelle Lehrpläne für jeden Schüler zuerstellen. Dabei kommt dem Universal Design for Learning (UDL) eine besondere Bedeutung zu. Diese Art von differenziertem Unterricht erlaubt es den Schülern, ihrem bevorzugten Lernstil entsprechend zu lernen, indem sie aus einem vielfältigen Angebot von Hilfsmitteln wählen. Schüler können einen visuellen, auditiven oder kinästhetischen Lernstil bevorzugen oder alle diese Methoden auf eine für sie funktionierende Art und Weise kombinieren. Ein wichtiger Bestandteil des UDL ist Text-to-Speech-Technologie. Auch dieses Konzept, bei welchem dem Lernenden textbasierte Materialien vorgelesen werden, wurde ursprünglich hauptsächlich im Sonderschulbereich bei Schülern eingesetzt, die Schwierigkeiten beim Lesen hatten. Heute jedoch stellen Pädagogen fest, dass dieser Dienst, wenn er allen Schülern zur Verfügung gestellt wird, hohe Akzeptanz findet und zu einem verbesserten Textverständnis führt. [enhancing_learning lang=de]