Schon beim Schulstart kommt es beim Lernen auf die richtige Aussprache an. Bei einer schlechten Aussprache leiden der Sprechfluss und damit auch das Verständnis und der Ausdruck. Deshalb ist bei Lerntools mit Text-to-Speech-Funktion, Unterstützungstechnologien und sprachfähigen Inhalten eine präzise Aussprache so wichtig.

Die Bedeutung der Aussprache für Lernende

Wenn es um Englisch als Fremdsprache geht, gibt Robin Walker in seinem Werk Teaching the Pronunciation of English as a Lingua Franca Aufschluss darüber, welche Bedeutung die Aussprache für jede Art von Lernen hat.

Eine schlechte Aussprache erschwert auch das effektive Zuhören, entweder, weil wesentliche Laute oder Wörter einfach nicht zu hören sind und die Bedeutung eines gesprochenen Wortes nicht erfasst werden kann (auch wenn sie eigentlich bekannt ist) oder weil das Zuhören so viel Aufmerksamkeit erfordert, dass das Gehirn überfordert ist.

Weniger offensichtlich ist dagegen der Einfluss einer schlechten Aussprache auf das Lesen und Schreiben. Die Autorin Catherine Walter legt dar, dass Lernende für eine bessere Leseleistung ihre Aussprache verbessern müssen. Sie basiert diese Erkenntnis auf akademischen Studien darüber, wie wir lesen. Die Kompetenz beim Sprechen, Hören, Schreiben und Lesen hängt eng mit der Aussprachekompetenz zusammen. Dasselbe gilt natürlich für Wortschatz und sogar Grammatik. Eine schlechte Aussprache behindert die Erweiterung und Verwendung des eigenen Wortschatzes. Wer bestimmte Wörter und grammatikalische Strukturen nur schwer aussprechen kann, wird diese vermeiden.

Zusammenhang zwischen gesprochener und geschriebener Sprache

Verschiedene sprachliche Fähigkeiten hängen miteinander zusammen und entwickeln sich bereits in frühen Jahren, so z. B. das Verständnis und die Wiedergabe von Sprache, die Wortschatzkenntnisse, das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Lauten und Buchstaben sowie von Grammatik- und Satzstrukturen, Verarbeitungsinformationen und die zusammenhängende Übermittlung von Nachrichten. All diese Fähigkeiten werden auch beim Lesen benötigt. Wenn Lernende mit einer dieser Fähigkeiten Probleme haben, hat das auch Einfluss auf die Lese- und Schreibkompetenz und sie können schlechter verstehen, entschlüsseln und zusammenhängend schreiben.

Bessere Lesekompetenz durch bessere Aussprache?

Schüler/innen, die Schwierigkeiten beim Lesen oder Verstehen von Texten haben, erhalten von den Lehrkräften in der Regel mehr Übungen, was oft nicht zielführend ist. Häufig gehen die Probleme nämlich nicht auf eine fehlende mentale Strukturierung, sondern auf phonologische Ursachen zurück.

Gehirnscans zeigen, dass bei einem Lernenden mit Dyslexie beim Lesen unbekannter Wörter der Teil des Gehirns aktiviert wird, in dem sich das Arbeitsgedächtnis befindet (präfrontaler Cortex), also der temporäre Speicher und das Verarbeitungszentrum für Informationen, die für so komplexe kognitive Aufgaben wie Sprachverständnis, Zuhören und Argumentation benötigt werden. Dagegen fließt weniger Blut in die sprachlichen Bereiche, die für das phonologische Bewusstsein und damit für die Fähigkeit, Unterschiede und Zusammenhänge zwischen Buchstaben und Lauten zu erkennen, zuständig sind. Dies führt zu dem Schluss, dass das Arbeitsgedächtnis mit Aufgaben, die vom Sprachzentrum zu erledigen sind, überfordert ist. Die Leser können dadurch Buchstaben nicht korrekt in Laute umwandeln und Inhalte nur schwer lesen oder verstehen.

Unterstützung durch sprachfähige Lese- und Schreibtools bei Leseschwäche

Es leuchtet ein, dass die Aussprachegenauigkeit ein wesentlicher Faktor für eine möglichst hohe Effektivität von Unterstützungstechnologien ist.

Tools, die Unterstützung bei Leseschwierigkeiten bieten, müssen daher beim Vorlesen von Texten unbedingt eine korrekte und hochwertige Aussprache liefern. Es kommt nicht nur darauf an, dass man der Stimme über eine längere Zeit zuhören kann, sondern diese muss die Worte einwandfrei und präzise aussprechen.

Aussprachegenauigkeit bei Prüfungen

Bei Prüfungen und Maßnahmen für mehr Barrierefreiheit setzt sich die Sprachtechnologie immer stärker durch, und das hat nicht nur Vorteile bei Lernschwierigkeiten und körperlichen Einschränkungen. Wenn Texte laut vorgelesen werden, entstehen gleiche Bedingungen für alle Lernenden, auch für diejenigen mit Leseschwächen. Solche Maßnahmen können allerdings die Ressourcen bestimmter Einrichtungen stark belasten. Text-to-Speech-Tools bieten in diesem Fall eine effiziente Lösung.

Für eine objektive Bewertung der Kenntnisse und des Verständnisses der Prüfungsteilnehmer ist eine präzise Aussprache unerlässlich. Dies gilt sowohl für die Prüfungsanweisungen als auch für die Prüfungsfragen an sich, denn nur dann kommt es nicht zu Verzerrungen und Beeinträchtigungen bei den Ergebnissen. Ein Administrator muss dabei sicherstellen, dass Intonation, Ausdruck, Aussprache, Geschwindigkeit usw. der synthetischen Stimme derjenigen von gesprochener Sprache entsprechen.

Außerdem müssen Fachbegriffe und spezielle Satzstrukturen berücksichtigt und korrekt ausgedrückt werden, z. B.:

  • mathematische Formeln, die nur bei entsprechender Aussprache richtig interpretiert werden können
  • griechische Buchstaben in Formeln und wissenschaftlichen Abhandlungen
  • Homonyme mit Mehrfachbedeutung (Lehre, Tau, Schloss, sein usw.) und Homophone (Wagen/wagen, Häute/heute usw.)
  • Homographe (mōdern – verrotten, modérn – neumodisch, neuzeitlich)

Auch fortgeschrittene Studierende profitieren von einer genauen Aussprache

Für Lernende mit Leseschwierigkeiten ist die Aussprache also ein Schlüsselfaktor. Von Bedeutung ist sie aber für alle Schüler/innen und Studierenden. Je komplexer das Vokabular ist, desto differenzierter sind die Zusammenhänge zwischen geschriebener und gesprochener Sprache. Bei wissenschaftlichen Fachausdrücken, unbekannten Wörtern oder beim Erlernen einer Sprache können sich beim stillen Lesen Aussprachefehler einschleichen. Wenn Begriffe beim Lesen laut ausgesprochen werden, werden sie vertrauter und es können Verbindungen zwischen Gelesenem und Gesprochenem hergestellt werden. Ein Grundschüler, der das Wort „Sauce“ liest und es still wie „Sau-ke“ oder „Sau-ße“ ausspricht, wird das Wort in einem Test nicht erkennen. Da bei dem Schüler die Verknüpfung mit dem Wort fehlt, kann sein tatsächliche Wissen nicht beurteilt werden.


Eigentümer von Inhalten

Auch für Autoren, deren Arbeitsleistung vor allem aus Textinhalten besteht, ist die Aussprachegenauigkeit neben der wissenschaftlichen Genauigkeit das wichtigste Element. Wenn sie außerdem Barrierefreiheit garantieren und ein breiteres und diverseres Publikum erreichen möchten, müssen ihre Inhalte die Bedeutung und auch die Aussprache (anhand des Kontextes) korrekt vermitteln. Bei akademischen Texten und Texten für das Bildungswesen ist dieser Aspekt noch wichtiger.

Verlage verwenden viel Zeit darauf, E-Books und digitale Assets zu gestalten, die benutzerfreundlich und präzise sind und die richtigen Lerninhalte vermitteln. Für Lernumgebungen muss bei den Audioversionen genauso sorgfältig vorgegangen werden, damit die Schüler den Inhalt richtig verstehen können.

So erstellt etwa die Public Safety Group, eine Sparte von Jones & Bartlett Learning, kapitelweise Audiodateien, die vom Redaktionsteam einzeln „probegehört“ werden. Dadurch ist gewährleistet, dass z. B. Akronyme korrekt ausgesprochen und Homophone ggf. korrigiert werden (Das Boot legte an. – Es bot sich ein herrliches Bild.)

„Schüler müssen Wörter korrekt hören, damit sie Begriffe und Ideen verstehen können. So verbessern sich ihre Lese- und Sprechfähigkeiten und ihr Verständnis von Inhalten und Konzepten.“

Das Team von National Geographic meinte dazu: „Schüler müssen Wörter korrekt hören, damit sie Begriffe und Ideen verstehen können. So verbessern sich ihre Lese- und Sprechfähigkeiten und ihr Verständnis von Inhalten und Konzepten.“ Hier geht es zum Erfahrungsbericht von National Geographic.

Personalisierbare Aussprachewörterbücher und Feinabstimmung

Wenn nun also die Aussprache so wichtig für das Lernen ist, ist klar, dass sie auch bei der Auswahl der unterstützenden Technologie ein wesentliches Kriterium ist. Bei der Suche nach einer Stimme für Inhalte sollte vor allem auf Qualität und einen natürlichen Klang und auf personalisierbare Aussprachewörterbücher geachtet werden, die auf die individuellen Bedürfnisse des Anbieters der Inhalte abgestimmt werden können.

Der Text-to-Speech-Anbieter muss Aussprachevorschläge aufnehmen und Diskrepanzen durch Korrekturen in den jeweiligen Bibliotheken beheben, damit die richtige Aussprache gewährleistet ist.

Die Demos von ReadSpeaker zeigen, wie fortschrittliche Aussprachekorrekturen funktionieren:

Versuch es

Wenn Sie erfahren möchten, wie ReadSpeaker für eine optimale Aussprachegenauigkeit sorgt, sprechen Sie uns gerne an.

Weiter lesen:

Quellen:

https://w3c.github.io/pronunciation/user-scenarios/draft
https://oupeltglobalblog.com/2012/01/05/pronunciation-matters-part-1/
https://www.lobe.ca/en/blog/childrens-hearing-health/relationship-spoken-written-language
OAKHILL, J. & KYLE, F. ‘The Relation between Phonological Awareness and Working Memory’. Journal of Experimental Child Psychology 75
WALKER, R. ‘Pronunciation Matters’. English Teaching Professional, Hover, Januar 2014.
WALTER, C. ‘Teaching Phonology for Reading Comprehension’, Speak Out!, März 2009.
ALLOWAY, T. & ALLOWAY, R. ‘Understanding Working Memory’, 2. ed. Kindle Version. London: SAGE, 2015.